Das System Biber kehrt zurück
Mitte der 1960er Jahre starteten Naturschützer und Biologen im Süden der Bundesrepublik Deutschland mit ersten Versuchen zur Wiederansiedlung des Bibers. Der zumeist positive Verlauf und Projekte in anderen Teilen Westdeutschlands (z.B. Spessart, Nord-Eifel, Oberrhein, Saar, Ems) ließen die Biber in den großen Flußgebieten von Donau und Rhein wieder Fuß fassen. In der DDR gelang es, den Bestand der Biber an der Elbe zu stabilisieren und zu fördern. An der Oder begannen sich Biber aus dem Osten Deutschlands und aus Polen zu vermischen. Lediglich das Einzugsgebiet der Weser blieb lange Zeit weitestgehend biberfrei. Der Weserraum ist auch das einzige Gewässersystem, in dem keine offiziellen Wiederansiedlungen vorgenommen worden sind.
Seit der Jahrtausendwende kehren Biber vermehrt und ohne direktes menschliches Dazutun in das Flussgebiet der Weser zurück. Mit dem Biber wandert nicht nur eine faszinierende Tierart in ehemals angestammte Lebensräume zurück. Mit dem Biber hält in das gewässerreiche Niedersachsen auch ein Instrument Einzug, das in der Lage ist, einen Beitrag zur Wiederherstellung des guten ökologischen Zustands der Bäche und Kleinflüsse zu leisten, die biologische Vielfalt aquatischer und semiaquatischer Lebensräume zu fördern und den Dürrestress des Landschaftswasserhaushalts abzuzmildern.
Aber das gelingt in Analogie zu J.R.R. Tolkien nur, wenn das Auenland durch die (Biber-) Hobbits von den (Meliorations-) Strolchen befreit werden kann.
Gestatten Biber! Entschuldigen Sie die Störung!